Hochzeit

Wir freuen uns, wenn Ehepaare nach ihrer standesamtlichen Trauung auch in die Kirche kommen, um vor Gott und der Festgemeinde ihre Liebe zu versprechen, denn wir wollen den Paaren Gottes Segen für ihre Ehe zusprechen.

Der Ablauf von Gottesdiensten wird in lutherischen Kirchen durch die Agende geregelt. Unser Pastor bereitet diese Gottesdienste in einem privaten Traugespräch mit den Paaren intensiv vor; zur Vorbereitung des Gespräches versenden wir kleine Hefte mit vielen Informationen und Gestaltungsvorschlägen. Denn es ist schön, wenn die Paare nicht nur Lieder aussuchen, sondern auch Trauzeugen und Freunde für die Mitgestaltung des Gottesdienstes gewinnen, die dann Lesungen und Fürbitten mitgestalten.

Wenn beide Ehepartner Christen sind, heißt der Gottesdienst „Trauung“; dann findet vor dem Ringwechsel und dem Segen auch die klassische Frage („Willst du, NN, mit NN die Ehe führen, so antworte: Ja mit Gottes Hilfe!“) an beide Ehepartner statt. Wenn einer der beiden Ehepartner kein Kirchenmitglied ist, dann müssen die Ehepaare diese Frage vor Gott und der Gemeinde nicht versprechen, also fällt sie in diesem „Gottesdienst anlässlich einer Eheschließung“ liturgisch weg.

Wenn Paare aus Nachbargemeinden bei uns heiraten, dann legen sie ein sogenanntes Dimissoriale vor und bringen ihre eigene Pastorin bzw. ihren eigenen Pastor mit; ggf. erbitten wir auch einen Beitrag zur Unterhaltung unserer Kirche etc.

In der evangelischen Kirche ziehen der Pastor und das Brautpaar gemeinsam in die Kirche ein – mit denen, die den Gottesdienst mitgestalten. Diese können dann die Ringe und die Traubibel hineintragen. Weil damit Christus und das Wort Gottes in die Kirche einzieht, erhebt sich die Gemeinde. Wenn die Gemeinde vor der Kirche auf die Brautleute gewartet hat, dann zieht sie hinter diesen in die Kirche ein.

Der Kirchenvorstand in Engelbostel hat beschlossen, dass bei Traugottesdiensten und Gottesdiensten anlässlich einer Eheschließung eine „Übergabe der Braut“ durch den Brautvater an den Ehemann vor dem Altar bzw. im Kirchraum in der Martinskirche nicht gestattet ist. Dieser Brauch, der in der heutigen Zeit vornehmlich im amerikanischen Raum gebräuchlich ist, ist kein in der geltenden Agende niedergelegter liturgischer Vollzug und widerspricht dem aktuellen Gesellschafts- und Menschenbild. Der Brauch könnte insoweit missverstanden werden, als dass die Braut, die bislang zum Haushalt des Vaters gehörte, nun vom Vater an den Ehemann übergeben wird. Sie geht also sozusagen in seine Zuständigkeit über, im alten patriarchalen Sinne könnte es sogar als „Besitzübergabe von Mann zu Mann“ verstanden werden. Der Kirchenvorstand gestattet, dass auf ausdrücklichen Wunsch der Eheleute die Braut vom Brautvater durch die Lindenallee bis zur Kirchentür geleitet wird. Dort wartet der Ehemann. Die Eheleute werden vom Pastor begrüßt und ziehen danach gemeinsam in die Kirche ein, um vor dem Altar Platz zu nehmen.

Die Hochzeitsfamilien bringen den Blumenschmuck für den Altar und oft auch für die Kirchenbänke mit. Außerdem werden oft beim Auszug Blumen gestreut, bei echten Blüten besteht aber innerhalb der Kirche Rutschgefahr. Weiße Blüten schonen innerhalb des Gebäudes unsere Böden; wenn rote Blüten gestreut werden, dann werden besser künstliche verwendet. Außerhalb der Kirche können natürlich alle Sorten von Blüten gestreut werden. Reis – also ein Lebensmittel – sollte nirgendwo geworfen wird, diese abergläubische Geste zieht nur Ratten und Mäuse an.