Kirche zum Mitnehmen

 

Auch die Martinskirchengemeinde geht nun neue Wege der Verkündigung. Dazu haben wir die Aktion "Kirche zum Mitnehmen" entwickelt.
Dies bietet die Möglichkeit, auch in Zeiten in denen wir nicht zusammenkommen können, den Kontakt zur Kirchengemeinde aufrecht zu erhalten.

So gibt es z.B. eine Martinskirche zum Basteln für zu Hause,
(Hier geht es zum Artikel über die Kirche zum Basteln!)

ein ermutigendes Wort von der Wäscheleine vor der Kirche
(Hier geht es zum Artikel über die Aktion "Kirche zum Mitnehmen"!)

und an dieser Stelle Predigten und Gebete zum Ansehen und Lesen.

 

Fürbittengebet vom 25. März 2020

Lasst uns beten!

Himmlischer Vater, wir danken dir, dass du uns das Leben geschenkt hast und dass du uns zusagst, dass du uns auch weiterhin begleiten willst. Darum bitten wir dich in dieser Zeit, wo wir voller Unsicherheit sind und die Gefahr der Ansteckung und Krankheit fürchten: Tröste und beschütze du uns! Behüte diejenigen, die als Pflegekräfte und Ärzte uns beistehen wollen, und segne die Wissenschaftler in den Forschungslaboren, dass sie bald ein Heilmittel und einen Impfstoff finden.

Herr Jesus Christus, wir danken dir, dass du uns nahe bist und zeigst, wie wir miteinander leben sollen. Darum bitten wir dich in dieser Zeit, wo wir einander nicht begegnen dürfen: Hilf uns, trotzdem Kontakt zu unseren Familien, Freunden und Nachbarn zu halten und Möglichkeiten zu entdecken. Zeige uns, wie wir denen beizustehen, die uns brauchen, indem wir sie anrufen, ihnen Briefe schreiben oder den Einkauf für sie übernehmen.

Heiliger Geist, wir danken dir, dass du uns in unserem Glauben immer wieder begeisterst. Darum bitten wir dich in dieser Zeit, in der wir uns in den Gemeinden nicht gegenseitig in gewohnter Form im Glauben ermutigen können: Bestärke uns, dass wir trotzdem zusammenhalten, unseren Glauben nicht vergessen und zu Hause Wege finden, unseren Glauben zu leben.

Und alle, die uns besonders am Herzen liegen, deren Namen nennen wir dir nun in der Stille…

Gemeinsam beten wir weiter: Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Videoandacht vom 25. März 2020: Darum bin ich guten Mutes

 

Viele Bücher stehen hinter mir in meinem Arbeitszimmer im Pfarrhaus in Engelbostel. Natürlich habe ich längst nicht alles in meiner Bibliothek gelesen, aber ein bestimmtes Buch nehme ich jeden Tag zur Hand – und wenn ich unterwegs bin, dann gibt es das sogar als App auf meinem Smartphone. Ich lese „Die Losungen“.

Seit 290 Jahren werden in dem kleine Ort Herrnhut in Sachsen für jeden Tag eines jeden Jahres Bibelverse ausgelost, in viele Sprachen übersetzt und weltweit gelesen. Und so manches Mal bin ich erstaunt, wie gut das schon vor längerer Zeit ausgeloste Bibelwort dann für den jeweiligen Tag passt. Das Ganze ist ja so gedacht, dass wir beim Lesen entdecken sollen, was Gott uns zu sagen hat; mir eröffnet es erstaunlich oft einen Blick dafür, wie tagesaktuell sich Gott in mein Leben einmischt.

Und das war auch am vergangenen Freitag so. Das war der Tag, an dem alle in Deutschland befürchteten, dass die Ministerpräsidenten am Wochenende eine Ausgangssperre verhängen wollen und müssen – wenn, ja wenn wir Deutschen das nicht schaffen, die eindringlichen Ratschläge der Bundeskanzlerin zu befolgen. Na klar, auch ich bekam Angst, wie ich neben all den bisher verkündeten Einschränkungen denn auch noch damit klarkommen soll, nicht mehr in meiner Freizeit das Haus verlassen zu dürfen.

Und für letzten Freitag stand dann da in meinem Büchlein als Losung aus dem Alten Testament ein Psalmwort: „Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes.“ Das tut mir gut, das passt in der Tat: Durch die Corona-Krise erleben wir in der ganzen Welt eine „böse Zeit“. Um die Ausbreitung des Virus zu bekämpfen, müssen wir uns ja sogar mehr in unsere Wohnungen und Häuser zurückziehen, als uns lieb ist.

Aber jetzt erinnert mich diese Losung daran, dass ich mich bei Gott unter einer ganz eigenen Schutzdecke verkriechen kann. Gott hält mir sein Schutzzelt offen, wo ich wieder Kraft bekommen kann. Sonst ist sein Schutzzelt ja auch mal ein Kirchengebäude. Doch dort hinzugehen ist ja jetzt auch verboten. Und umso mehr vertraue ich darauf, dass Gott sein Schutzzelt für mich nun sogar in meiner Wohnung aufstellt, wo er mich in meiner ganzen Unsicherheit zudeckt „in seiner Hütte zur bösen Zeit und mich birgt im Schutz seines Zeltes.“

Das macht mir Mut. Und darum merke ich ein zweites Mal auf, bevor ich das Losungsbuch wieder zuschlage. Unter dem Losungsvers aus dem Alten Testament steht nämlich noch ein sogenannter Lehrtext, das ist ein Vers aus dem Neuen Testament. Und der beginnt doch tatsächlich mit den Worten: „Darum bin ich guten Mutes!“

Bleiben Sie gesund und behütet! Ihr Rainer Müller-Jödicke aus Engelbostel