Die Glocken

Einladung zu Gottesdienst und Gebet

Unsere Kirche besitzt ein Geläut aus drei Bronzeglocken, welche zum Gottesdienst einladen sowie als vierte eine stählerne Uhrschlagglocke an der oberen, östlich zugewandten Dachseite des Pyramidenhelmes. Diese kleine Glocke, welche zur halben Stunde mit einem Schlag ertönt und zur vollen die Stundenzahl anschlägt, ist die Älteste in unserer Stadt. Sie ist um 1300 oder früher gegossen. - Die größte Glocke hängt seit 1651 im Turm, während die Glocken von 1726 (zur Zeit Pastor Henkes gegossen) und von 1782 (zur Zeit Pastor Hornbostels gegossen) im I. Weltkrieg abgegeben werden mussten. Zum Einschmelzen ist es allerdings nicht mehr gekommen. Am Nordhafen endete der Transport. Weil aber die Glocken durch die Abmontage Sprünge bekommen hatten, konnten sie nicht wieder verwendet werden. 1959 wurden zwei neue Glocken gegossen und aufgehängt. Zur gleichen Zeit wurde ein elektrisches Läutewerk angeschafft, womit das kraftraubende Läuten zu zweit und per Hand ein Ende hatte.

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1. Große Glocke von 1651, Ton >f<, 112cm Durchmesser

Sie gehört zum vollen Geläut an allen Gottesdiensten und zum Einläu­ten des Sonntages. Alleine schlägt sie die Bitten des

Vaterunsers an und läutet zum Gottesdienst am Karfreitag und Bußtag.

Diese Glocke - in der Amtszeit von Pastor Georg(ius) Vilther gegossen - enthält am Hals eine vierzeilige, von zwei Blattreihen eingefasste sog. Lapidarinschrift:

[1. Zeile]
Kompt laßt uns anbeten und knien und niederfallen vor dem Herrn der uns gemacht hat. Psalm 95 6

[2. Zeile]
Herr Georg Vilther, Pastor. Conradt Johann Lodting, Gogreven Altarmänner: Curdt Decken Bastian

[3. Zeile]
Witneben Heinrich Wiesen Tielen Hasen Petrus Lochau Custer Heinrich Gosewisch Lüder Bomgarte

[4. Zeile]
Das gesamte Kirchspiel Engelbostel hat mich in Hannover durch M. Ludolff Siegfriedt gießen lassen Anno 1651


2. Mittlere Glocke „Sterbeglocke“, von 1959, Ton >a'<, 93cm Ø

Die mittlere Glocke findet als „Sterbeglocke“ ihre besondere Verwendung. Im Sterbegeläut um 11 Uhr kündigt sie den Tod
eines Gemeindegliedes an und begleitet die Trauergemeinde bei der Beerdigung von der Kapelle bis zum Grabe.

Die Inschrift lautet: 

„Herr, Du bist unsere Zuflucht für und für“ (Psalm 90,1).
Auf der einen Seite ist ein Kreuz ohne corpus zu sehen, auf der rückwärtigen Seite sind die Namen der Dörfer vermerkt, die zur Zeit des Glockengußes zur Kirchengemeinde gehörten: „Engelbostel, Schulenburg, Stelingen, Heitlingen und Resse“.


3. Kleine Glocke „Taufglocke“, von 1959, Ton >cis'<, 73cm Ø

Die kleinste Glocke nun nennt sich „Taufglocke“, weil sie (ursprünglich al­leine) zu den Taufgottesdiensten mit einlädt. Dieses geschieht heutzutage gemeinsam mit allen Glocken. Außerdem ruft die kleine Glocke um 7 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr zum Gebet.

Die Inschrift lautet: 

„Fülle uns frühe mit Deiner Gnade“ (Psalm 90, 14).
Dazu die Taube, als Symbol des Heiligen Geistes, mit dem Kreuz dahinter.

Die beiden letztgenannten Glocken wurden gemeinsam am 28. August 1959 in der Glockengießerei Kurtz in Stuttgart im Beisein von Pastor Brünjes, seiner Frau und der Gemeindeschwester gegossen. Am 15. September konnten die Glocken eingeholt werden. Man traf sich zunächst auf dem Hof des Kirchenvorstehers Friedrich Schnehage in Schulenburg, der die Glocken zuvor vom Güterbahnhof Weidendamm, Hannover geholt hatte. Mit einem Gespann ging es zum Kirchplatz, wo eine kurze Feier stattfand, bei der Bürgermeister Heinrich Frehrking und Pastor Herbert Brünjes sprachen.

In den Tagen darauf erfolgte die Montage der Glocken durch die Firma Richard Finke, Engelbostel.  Seit Sonntag, dem 20. September 1959 gibt es ein elektrisch betriebenes Geläut. An diesem Tag wurde anlässlich der Kirchenvisitation ein festlicher Gottesdienst mit Weihe des Altars, der Taufe und der Glocken begangen.  Die Gemeinde sang während des Geläutes aller Glocken im Stehen „Nun danket alle Gott“.